Obertonsingen lernen mit dem Oberton Workshop von Wolfgang Saus

Seit einigen Wochen ist nun die Oberton Workshop DVD mit Wolfgang Saus erhältlich. Wer das Buch »Oberton Singen, das Geheimnis einer magischen Stimmkunst« kennt, weiß, dass Wolfgang Saus zu den renommiertesten Obertonsängern und Obertongesangslehrern gehört. Wer meint, dass diese DVD zu seinem Buch nichts Neues bringt, der irrt. Diese DVD enthält viele neue Übungen. Auch für mich, der sich dieser Gesangstechnik nun seit 2001 widmet. Wie für eine DVD zu erwarten, kann Mensch mithilfe der DVD Navigation gezielt einzelne Kapitel aufrufen. So ist der DVD Übungskurs in insgesamt 16 Kapitel unterteilt. Jede und jeder kann so gezielt das aufrufen, woran er oder sie gerade arbeitet. Die Unterteilung der Übungen nach Rachenraum, Mundraum und Nasenraum ist einfach genial. Hier merkt man, dass es Wolfgang Saus in großartiger Weise gelungen ist, das Thema Obertonsingen und das Erlernen von Obertönen zu systematisieren. Die Struktur des Wokshops folgt dem Aufbau eines wirklichen Oberton Workshops. Nach einer sehr fundierten und so noch nicht gehörten Darstellung, was Obertöne sind, folgen zunächst Klangbeispiele, die in diesem Trailer zu sehen sind.

Ein eigenes Kapitel ist dem Einsingen gewidmet. Er stellt hier sehr detailiert seine Methode des »Der Stimme folgen« vor. Schon in dem Buch »Oberton Singen« wurden die Übungen zunächst von Wolfgang Saus auf einer beiligenden Audio CD vorgestellt, um sie dann in einem nächsten Schritt von einem Anfänger im Obertonsingen nachsprechen zu lassen. Diesem bewährten didaktischen Muster blieb Wolfgang Saus auch in seinem DVD Oberton Workshop treu.

Kirsten Kluin und Werner Schippers ahmen im folgenden die vorgestellten Übungen nach. Übung macht bekanntlich den Meister und Wolfgang Saus versteht es vortrefflich, seine über 25jährige Praxis in dieser Oberton Workshop DVD an Anfänger wie Fortgeschrittene weiterzugeben. Diese DVD ist quasi ein Quantensprung, alle verfügbaren Medien zu nutzen, um Interessierten das Obertonsingen näherzubringen. Zum einen erklärt Wolfgang Saus sehr gestenreich seine Übungen, zum anderen nutzt er verschiedenes Anschauungsmaterial ~ wie zum Beispiel einen Abdruck seines Oberkiefers, um die Position der Zunge beim Obertonsingen zu erklären.

Es werden eine Fülle an einzelner Übungen in dieser DVD wirklich auf sehr verständliche Weise erklärt. Super, dass auch daran gedacht wurde, diese einzelnen Übungen in gesonderten Kapiteln der DVD in Kombinationsübungen vorzustellen. gestellt. Alles in Allem ist diese DVD nicht einfach nur in 120 Min anzusehen. Sie lädt dazu ein, selber loszulegen, selber Obertöne zu singen, mit den vorgestellten Übungen zu spielen, seinen eigenen Weg mit und im Obertonsingen zu finden.

Welchen Nutzen das Ganze haben kann, ist in einer Extra Dokumentation in dem 20 minütigen Bonusmaterial zu erfahren. Ich kann allen nur viel Freude beim Entdecken der Obertöne wünschen. Diese DVD ist ein wichtiger Wegweiser und Meilenstein zum Verstehen und Singen von Obertönen.

Jens Mügge

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Obertontage in Dresden 2009

Am vergangenen Wochenende fanden vom 11. bis 13. September 2009 die diesjährigen Obertontage in Dresden statt. Damit profilierte sich die Stadt Dresden wieder einmal in vorzüglicherweise Weise in der Obertonmusik Kulturlandschaft. Ein großes Danke Schön an die „Kulturstiftung des Freistaates Sachsen“ und an die Stadt Dresden, dass sie diese Veranstaltung gefördert haben. Tausenddank an die Organisatoren dieser Obertontage, diese Tage überhaupt erst zu ermöglichen. Nahezu alle Veranstaltungen waren ausverkauft und mehr noch, diese Tage boten ein berauschendes Highlight nach dem anderen. Die Obertontage wurden ihrem Namen vollends gerecht: Ein LauschRausch Festival aller erster Güte. Den Auftakt boten die Dresdner Obertonenthusiasten – zweifelsohne »ein Kind« der Dresdner Obertontage. Durch die zurückliegenden Obertontage motiviert und animiert, treffen sich regelmäßig Sängerinnen und Sänger in Dresden zum freien, improvisierenden Obertongesang.

Dresdner Obertonenthusiasten

Es war beeindruckend mit welcher Leichtigkeit diese Obertonenthusiasten ihre Performance vortrugen. Nach dieser Darbietung folgten The Blechner, die unter dem Motto antreten: »blech blasen – stahl streichen – herz klopfen« – Das Duo mit Bertram Quosdorf und Jan Heinke begeisterte durch ihre Musik, die den Begriff Weltmusik quasi aus dem Blickwinkel eines Handicaps betrachtet.

In großartiger Manier stellten sich die beiden Musiker der Herausforderung, gänzlich neue Gewänder für bekannte Stücke zu schneidern. Mit Neugier und Humor arrangierten sie so bekannte Melodien und Kompositionen völlig neu – immer auf der Suche nach weiteren unentdeckten Seiten bekannter Stücke oder Klänge. Spannend wurde es, als Jan Heinke ein Stück des Komponisten Michael Edward Edgerton uraufführte. Eigens für diese Obertontage komponiert – der Sächsischen Kulturstiftung sei dank – wurde den Zuhörerinnen und Zuhörer ein beeindruckendes, zeitgenössisches Gesangssolostück geboten, jenseits jeglicher Gesangsgewohnheiten. Das Publikum bedachte dieses mit einem tosenden Applaus.

Traditioneller ging es am Freitagabend mit dem zweiten Konzert der Dresdner Obertontage zu – traditioneller insofern, dass Hosoo seit den ersten Obertontagen Gast in der Yenidze ist. Das Publikum war also gefasst auf das, was Hosoo & Transmongolia präsentieren würde.

Hosoo & Transmongolia

Doch Hosoo trumpfte mit einer neuen Besetzung und einem völlig neuen Programm auf. Hosoo und Transmongolia entrückten das Publikum mit ihren Stimmen und Instrumenten in einen wahren LauschRausch und jede und jeder musste sich in die Höhen des Altai und den Weiten Gobis und sowie der Steppe der Mongolei versetzt fühlen. Berauschend war jeder einzelne Ton dieser fantastischen Ausnahmemusiker. Selbstredend, dass der Saal unter der Kuppel der Yenidze bis auf den letzten Platz ausverkauft war.

Etwas völlig Neues auf den Obertontagen gab es am Samstagabend vor dem traditionellen LauschRausch Konzert zu hören. Äija aus Finnland, vier Sänger, die sich dem polyphonen a cappela Gesang verschrieben haben.

Äjjä

Diese vier Herren aus Finnland bereisendie Welt, immer auf der Suche nach Liedern verschiedenster Sprachen und Gesangsstile. Songs aus Sardinien, Russland, dem Süden Tuva‘s, der USA, Estland und weiteren Gegenden gehören zu ihrem Repertoire und fügen sich in ihren Konzerten mühelos zu einem eigenwilligen, kontrastreichen Klangmosaik. So auch am Samstagabend unter der Kuppel der Yenidze. Das Quartett musste mehrmals Zugaben geben, bevor es vom Publikum dankbar entlassen wurde. Die Videoaufnahme ist keinesfalls repräsentiv für die Musik von Äijä – ihr a capella Gesang ist wesentlich vielfältiger als dies diese Aufnahme wiedergegeben kann. Das ihre 2008 erschienene CD „Jet-Black“ für den diesjährigen Finnischen Grammy nominiert ist, beweist, dass der Veranstalter sich glücklich schätzen konnte, Äijä für die diesjährigen Obertontage als einer der Top Acts zu gewinnen.

DER „LAUSCHRAUSCH“ ABEND

Wie jedes Jahr bildet das Aufeinandertreffen aller Beteiligten den Höhepunkt des Festivals. Spannend und überraschend für Zuhörer und Musiker gleichermaßen entsteht Musik im Augenblick aus der Kommunikation verschiedener Kulturen und Traditionen. Alle teilnehmenden Musikerinnen und Musiker boten ein abwechslungsreiches Programm. Mit dabei waren die Dresdner Obertonentusiasten (Deutschland) – Äijä (Finnland) – Hosoo & Transmongolia (Mongolei / Bremen) sowie Jan Heinke und Bertram Quosdorf (Deutschland) und – was besonders zu erwähnen ist: Egschiglen (Mongolei / Nürnberg) – die erst am Abend drauf im Rahmen einer gemeinsamen Produktion von „Musik zwischen den Welten“ und den „1001 Märchen“ ein großartiges Konzert in der „Dreikönigskirche“ in der Dresdener Neustadt boten. Dieser LauschRausch Abend – besser diese LauschRausch Nacht unter dem Kuppeldach der Yenidze war in vielerlei Sicht einmalig. Zwei großartige mongolische Ensemble, die zusammen auf der Bühne harmonierten, deren beiden Kehlsänger dem Publikum mitunter nach mongolischer Weise einen Sängerwettstreit boten, Jan Heinke, der seinen bombastischen, fünf Meter hohen Stahlgong im Einklang mit den vier Kerlen von Äijä aus Finnland zum Erklingen brachte.

Egschiglen in der Yenidze

Die Obertontage fanden diesmal in der Dreikönigskirche mit Egschiglen einen gelungenen Abschluss – doch sie werden voraussichtlich 2010 fortgesetzt. – der nächste Termin wird dann vom 10. bis 12. September sein.

Fotos und Text © Jens Mügge

Overtone Festival in Bad Essen 2009

There are not so many Overtone Festivals in Europe. You can listen in Prague (Czech), Lund (Sweden), Schwaz (Austria), Dresden (Germany) and – in Barkhausen (Germany) – one day long various artists how they are singing overtones, harmonics and diphonic music. This year the event in Schwaz was cancelled. More than this the festival day in Barkhausen was very sucessful. Where is Barkhausen? It’s in a beautiful landscape – the first mountain, if you are coming from the flat North Germany. For people from South Germany it seems to be the last hills on the way to the North Sea.
There – in the Wiehengebirge you can find a place in an old stone pit called Steinbruch an den Saurierspuren. You can find foot prints from saurians there and to conserve these relicts from ancient times people built a hall with glass and iron over it – the sense if it: one of the best places for overtone concerts in nature without any booster amplifiers or stuff like that. Music in nature and pure nature music.

This year it was the Overtone Festival No. 5 – the opening by Weltenreiter was a fantastic start for this festival. Until yet I haven’t found any video records from their concert. Here are some visual impressions.
The next artist was the didgeridoo virtuoso Mea Roa. Here you can listen a video record from this festival: Mea Roa – Didgeridoo @ Bad Essener Obertonfestival 2009 Unplugged – Part 2


The next part was very lyrically and poetically: Lilith Eckholt, Kolja Simon und Gisbert Schürig gave a musical interpretation for some fairy tales from different cultures. Their program “Zwischen den Welten” was really a pure enjoyment. Here are some impressions of their performance.
Continue the program with Pan meets Daphne (Peter Bayreuther und Dieter Strothmann) with …

Before Jan Heinke and Wolfgang Saus played the duo motion pull out all the stops of their skills. –

Each concert performance is a special highlight. If Jan Heinke and Wolfgang Saus playing together you can call it a highlight of an overtone performane. Both are brilliant musicians – together they are fulminant and more than this.

The last gig was with Transmongolia. I hope to find or get more stuff from this gig soon. Really it is was a wonderful festival day – a day in overtone paradies.